Begriffe rund ums Wetter
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Atmosphäre
Die Atmosphäre ist für die Existenz von Leben auf unserem Planeten von entscheidender Bedeutung und wird auch als
Lufthülle der Erde bezeichnet. In ihr finden die eigentlichen Wettervorgänge bzw. physikalischen Prozesse statt.
Die Atmosphäre setzt sich aus einem Gasgemisch zusammen (im wesentlichen Stickstoff (78,08 Vol.-%) und Sauerstoff
(20,95 Vol.-%), das sich in Millionen von Jahren kaum verändert hat.
Der vertikale Aufbau der Atmosphäre gliedert sich in die Troposphäre (bis 11 Kilometer Höhe in gemäßigten Breiten,
bis 16 km über dem Äquator), in der sich das Wetter abspielt, in die Stratosphäre (bis 50 Kilometer Höhe),
in die Mesosphäre (50 bis 80 Kilometer Höhe), in die Thermosphäre von 80 bis ca. 480 Kilometer Höhe und in die
Exosphäre oberhalb von 480 Kilometern Höhe.
Blitz
Ausgleich elektrischer Spannungen (von etwa 100 Millionen Volt) zwischen einer Wolke und der Erdoberfläche oder
innerhalb einer Wolke. Wird hier eine gewisse Spannungsdifferenz überschritten (~30kV/cm), kommt es zu einer
plötzlichen Entladung in Form von Blitzen.
Man unterscheidet zwischen Erdblitzen (zw. Wolke und Erde), Luftentladungen ( von der Wolke in den freien Raum)
oder Wolkenblitzen (innerhalb einer Wolke oder zwischen Wolken). Seltener zu finden sind Kugelblitze (in allen
Farben des Spektrums leuchtende Erscheinung in kugel- oder birnenförmiger Gestalt von bis zu 20 cm Durchmesser).
Föhn
Der bekannteste unter den warmen Fallwinden ist der Föhn, auf der Alpennordseite. Ursache für seine Entstehung
ist eine bestimmte Luftdruckverteilung: hoher Luftdruck südöstlich der Alpen und tiefer Luftdruck über Westeuropa.
Es bildet sich dann bis in große Höhen eine südliche bis südöstliche Strömung, die dann bei Überquerung des
Alpenkamms bis in die Täler vordringen kann. Diese Strömung kennzeichnet ein warmer und trockener Charakter.
Weitere markante Föhnwinde: Chinook (Ostflanke der Rocky Mountains), Zonda (Ostabhang der südamerikanischen Anden,
vor allem Argentiniens) und die Santa-Ana-Winde (Südkalifornien).
Hochdruckgebiet
Unter einem Hochdruckgebiet (Antizyklone) versteht man ein Gebiet mit relativ hohem Luftdruck (1020 bis maximal
1080 Millibar NN). In dessen Zentrum befindet sich der Hochdruckkern, der den größten Druckwert besitzt. Aus den
unteren Schichten fließt aufgrund des Luftdruckgefälles zur Umgebung Luft aus dem Hoch in Richtung des tieferen
Drucks heraus. Die Coriolis-Kraft bewirkt auf der Nordhalbkugel eine Ablenkung dieser Luftströme nach rechts, d.h.
der Wind weht im Uhrzeigersinn um das Hoch herum.
Kaltfront
Kältere Luft dringt gegen vorgelagerte Warmluft vor und verdrängt die wärmere Luft vom Boden. Zieht eine
Kaltfront durch, dreht sich der Wind beim Auffrischen nach rechts (meistens von SW auf NW), die Lufttemperatur
sinkt und der Luftdruck beginnt zu steigen. Nach dem Frontdurchgang ist das Wetter (auch "Rückseitenwetter" genannt)
windig und kühl, mit häufigen Regenschauern.
Infolge einer abwärtsgerichteten Kompensationsbewegung in der Atmosphäre ("postfrontale Aufheiterung") ist es
unmittelbar nach dem Durchzug der Kaltfront für einige Stunden wolkenlos.
Luftdruck
Der Druck, den die Luft auf eine bestimmte Fläche infolge der Schwerkraft ausübt. In der Physik ist Druck =
Kraft pro Fläche definiert.
Einheit des Luftdrucks = 1 Pascal (Pa) = 1 Newton (N)/m²; 1 Hektopascal (hPa) = 10² Pa = 1 mbar.
Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab, alle 5 km etwa um die Hälfte. In 32 km Höhe beträgt der Druck nur
noch 1%. Die Abnahme des Luftdrucks mit der Höhe ist um so stärker je niedriger die Lufttemperatur ist.
Regen
Aus den Wolken fallender flüssiger Niederschlag, dessen Tröpfchen größer sind als 0,5 Millimeter und maximal
bis 7 Millimeter Durchmesser haben. Die Fallgeschwindigkeit beträgt je nach Größe 1 bis 8 Meter pro Sekunde. Man
unterscheidet Landregen, Starkregen (= Wolkenbruch) und Regenschauer.
Schafskälte
Ein in Mitteleuropa häufig zu beobachtender Kälterückfall ("Singularität") zwischen dem 10. und 20. Juni.
Schnee
Fester Niederschlag aus verzweigten Eiskristallen, der in Form von sechsstrahligen Sternen, Nadeln, Plättchen
oder Säulen bei Temperaturen um oder unter 0 Grad Celsius fällt. Die aneinander gelagerten, fallenden Kristalle
werden als Schneeflocken bezeichnet. Die Form der Kristalle ist von den Bedingungen in der Wolke (d.h. Temperatur
und Feuchtigkeit) abhängig.
Temperatur
Wärmezustand der Luft bzw. des Bodens. Sie ist vor allem vom Sonnenstand, Ortshöhe, Luftströmungen und
-feuchtigkeit sowie von der physikalischen Oberflächenbeschaffenheit abhängig. Die mittlere Lufttemperatur an der
gesamten Erdoberfläche beträgt 14,3 Grad Celsius. Extremwerte der Lufttemperatur in 2 Metern Höhe über dem
Erdboden wurden am 13.9.1922 in Azizia, Tripolis gemessen mit 57,7 Grad Celsius und am 24.8.1960 auf der
russischen Antarktis-Station Wostok mit minus 88,3 Grad Celsius.
Tiefdruckgebiet
Gebiet, in dem der Luftdruck niedriger ist als in der Umgebung. In der Darstellung auf der Wetterkarte ist
es durch Isobaren umschlossen. Ein Tiefdruckgebiet ist eine sehr wetterwirksame Erscheinung mit einem ausgeprägten
Frontensystem.
Warmfront
Schwach geneigte Grenzfläche, auf der an der Vorderseite eines Tiefs Warmluft auf die sich zurückziehende
Kaltluft aufgleitet. Daher bildet sich vor der Warmfront ein mehrere hundert Kilometer breiter Wolkenschirm, aus
dem langanhaltende Niederschläge fallen. Im nördlichen Alpenvorland werden Aufgleitniederschläge oft durch
Föhneinfluss unterdrückt. Der Warmfront folgt ein mehr oder minder ausgeprägter Sektor mit Warmluft und
Aufheiterung, bevor die zum Tief gehörende Kaltfront zum Wettersturz führt.
Wettervorhersage
Aussage über die Wetterentwicklung auf Grund langjähriger Erfahrung und physikalischer Gesetzmäßigkeiten, zum
Teil unter Einsatz modernster technischer Mittel (z. B. Computer und Wettersatelliten). Um das Wetter, z. B. die
Temperatur-, Bewölkungs- und Niederschlagsverhältnisse vorherzusagen, muss man in der Lage sein, die großräumigen
Bewegungen kalter und warmer Luftmassen vorherzusehen sowie die Verlagerung von Hoch- und Tiefdruckgebieten zu
bestimmen.
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